Mittwoch, 8. September 2010

Vision für einen neuen Menschen

die nachfolgenden Zeilen habe ich kürzlich auf einem Zukunfts-Werkstatt-Seminar geschrieben. Sie beschreiben bildhaft meine Vision eines neuen Menschen und einer neuen Gesellschaft...

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Jeder Mensch wie eine Pflanze in der Natur - gemeinsam und doch jeder für sich - in seinem gänzlich individuellen Ausdruck und Gestalt.
Jeder nimmt sich selbstverständlich nur das was er wirklich braucht und ist durch sein bloße Existenz auch selbstloser Lebensraum für andere z.B. Insekten und Vögel und spendet Schatten für andere Pflanzen und Tiere.
Es ist keiner da mehr da, der Pflanzen vorschreiben muss wie sie „SEIN“ sollen oder wie sie zu wachsen haben.
Es gibt keine „Erziehen“ mehr, sondern nur noch ein „Wachsen“ zum Licht und zur Sonne hin, wie es der tiefsten Natur jeder Pflanze ganz selbstverständlich entspricht und so wie sie es gerade macht kann es nicht besser sein.
Gegenseitiger Austausch, Schutz, Unterstützung und Befruchtung ist das selbstverständlichste auf der Welt.
Stress, Hektik, Leistungswahn sind in dieser Welt gänzlich unbekannt und völlig absurd.
Es geht auch nicht mehr um „Haben, Raffen, Gier“ um ständig neues "Haben" von meistens sinnlos und schlecht produzierten Konsumgütern, sondern es geht ausschließlich um das „Sein“ - um das Zusammensein und zwar jeder in seiner ganz eigenen Art ohne dabei den eigenen Daseinszweck oder die eigene Individualität zu verlieren oder gar zu vergessen – wie sollte das auch gehen?
Ja, es geht ausschließlich darum in Freude und im Genießen zu „Sein“ und der Sonne entgegen zu wachsen und all das viele sich ständig verändernde Licht tief in sich aufzunehmen und das was auch immer kommt bedingungslos und standfest anzunehmen und „Ja“ dazu zu sagen.
Jeder ist auf seine Weise schön und es würde keinem auch nur im Traum einfallen sich mit irgend einer anderen Pflanzenart – und sei sie auch noch so groß oder bunt zu vergleichen – oder ihr gar Konkurrenz machen zu wollen, denn jeder weis tief im Herzen um die eigene Welt und den Sinn und Schönheit des eigene Daseins.

Dieser neue Mensch steckt bereits vollständig in uns und wir müssen gar nicht soviel tun um wieder dahin zu kommen – ja wir müssen uns ganz einfach nur auf uns selbst zurück besinnen und erkennen wer wir sind - nämlich ebenfalls pure Natur – menschliche Pflanzen :-).

1 Kommentar:

  1. Du beschreibst in meinem Verständnis einen Menschen, der im Einklang mit sich selbst ist. Wobei das "Selbst" schon mindestens zweierlei, heute von uns UND in deutscher Sprache als etwas getrennt von einander von uns aufgefasstes ist. Ich nenne es unfachmännisch mein Äußeres UND mein Inneres. Also nicht nur all das, was ich selbstständig, vermeintlich gar autark, NUR mir gehörend kontrolliere gehört zu mir, sondern auch all das, was um mich herum ist. Wertneutralstes Beispiel wäre die Luft, die ich einatme. Aber auch alles menschliche gehört zu mir. Eben beispielsweise Kultur, Recht, Lebensart, staatliche und andere Gemeinschaften u.a. All dies entzieht sich ja weitestgehend meiner direkten Kontrolle und trotzdem ist auch deutlicher Teil meines Selbst.
    Auch ich vermute, wie es ja zwischen den Zeilen von Chris' Text steht, zumindest lese ich es dort, dass es ein lebensexentielles Grundbedürftnis eines Menschen ist, entweder im Einklang mit sich selbst, also seinem erweitertem Selbst zu sein oder zumindest danach immer dringlicher zu suchen, also entweder das Sein selbst oder zumindest eine Sehnsucht danach, sein zu wollen, sollen, müssen, dürfen, können!

    Diese Vorbemerkungen waren mir wichtig in meinem Un- und Verständnisse von Chris' mir immer wertvollen Gedanken.

    Und auch mir ist der Gedanke wichtig, wonach tatsächlich wir Menschen von diesem "unserem?" "Idealbild?" unseres Menschseins nicht weit entfernt sind. Was allerdings auch nicht nur ein oder gar unser Plus ist. Denn - und genauso lautet dann auch meine Vermutung - wenn wir uns weiterhin mental in der Steinzeit bewegen, wir also immer noch sehr nah bei unseren Wurzeln sind, ist es angesichts der Möglichkeiten, die der Mensch sich so überaus fleißig erarbeite durchaus nicht mehr lebensbejahend. Also die steinzeitliche Nutzung hochmoderner Werkzeuge widerspricht sofort dem Streben nach glücklichem im Einklang mit sich selbst Sein. Also nicht das Schaffen UND Gebrauchen von Werkzeugen à la Mensch ist sein Tod, sondern vor lauter Werkzeugen, Möglichkeiten zu vergessen, wer man selbst ist. Wo man in all diesem Kuddelmuddel noch Platz für sein Selbst hat. Das erscheint mir das eigentlich tödliche Verhalten zu sein. Glauben zu dürfen, denn dazu haben wir uns ja unsere Gesetze erregelt, Autofahren zu können, wenn man die entsprechenden Scheine teuflischerweise vorweisen kann. Aber weiterhin, wie schon damals auf der Pirsch oder beim Kräuterpflücken die Augen jederzeit zu verschließen - ischa nur'n Augenblick! - wenn einem gerade danach ist, ist ja mein Menschenrecht! Tatsächlich sind Menschen schon mit sehenden Augen überfordert beim nur "simplen" Autofahren! Wir vergessen - und das individuell aber gerade dadurch noch viel lieber kollektiv - dass WIR uns SELBST die Möglichkeit nehmen, die Augen jederzeit schließen zu können, wenn uns danach nun mal ist, weil wir ja beispielsweise lieber Autofahren, oder noch weitreichender sicher etwas wollen, was entweder schon sicher ist oder niemals sicher mehr sein wird: Leben! Und genau dazu gehört es nun mal, die Augen für immer oder auch nur zeitweilig zu schließen. Und warum nicht auch dann, wenn einem gerade danach ist?

    Was mir aber eigentlich war, was ich nur anfügen wollte:
    "Jeder nimmt sich selbstverständlich nur das was er wirklich braucht"
    Das ist kein Wunschdenken. Das ist immer so! Es kann gar nicht anders sein! Also ein Mensch nimmt vermeintlich mehr, als er braucht, ihm zusteht, ja aber? Würde er es sich nehmen, wenn er's nicht bräuchte? Vielleicht wäre auch diese Lösung eines auch NICHTproblems auch hier nur eine sprachliche? Ist die Umformulierung: "Was jeder sich nimmt, braucht er auch!" falscher als die geläufigere?

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